Jetzt also doch: Personalchefs fürchten AGG-Hopper

Einen intersessanten Bericht über Scheinbewerber gibt’s in der Welt-Online zu lesen. Es wird von verunsicherten Personalverantwortlichen berichtet, die sich schon jetzt gegen Personen wehren, die keinen Job, sondern bloß die Entschädigung wollen.

Es hat Fälle gegeben, in denen aus fachlichen Gründen abgelehnte Bewerber versucht haben, dem Unternehmen eine diskriminierende Behandlung beim Auswahlverfahren zu unterstellen“, sagt Carsten Vorwerck, Rechtsexperte der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA).

… Mittlerweile verzichten Firmen sogar vorsätzlich auf besonders freundliche Absagen, um die abgelehnten Bewerber nicht mehr zu ermutigen, nochmals anzurufen und nachzufragen. Das ist schlecht für die ehrlichen Interessenten, wenn sie nach den Gründen für eine Ablehnung fragen.“

Der Artikel gewährt auch einen Blick über den kleinen und großen Teich:


In anderen Ländern kommen Verstöße gegen Antidiskriminierungsgesetze die Unternehmen bereits teuer zu stehen: So ist in England das Tochterunternehmen eines deutschen Logistik-Dienstleisters wegen der sexuellen Belästigung einer Beschäftigten durch einen Mitarbeiter aus dem Konzern zur Zahlung von 800.000 Euro verdonnert worden.
Und in den USA haben sich mehr als 300 Mitarbeiterinnen der Investmentbank Morgan Stanley zusammengetan und verklagen ihren Arbeitgeber wegen Diskriminierung auf 1,7 Milliarden Dollar Schadenersatz. Grund: Sie seien als Frauen im Job systematisch benachteiligt worden
.“

Link: Welt Online

Das das AGG auch in Deutschland ganz real Wirkung zeigt, haben wir letzte Woche berichtet. Die Lufthansa AG wurde vom Arbeitsgericht Frankfurt zum Schadensersatz verurteilt, weil sie gegenüber einer 46jährigen Stewardess den Abschluss eines unbefristeten Arbeitsvertrages ablehnte. Begründung: auf Grund ihres Alters könnte es zukünftig zu nicht hinnehmbaren Ausfallzeiten wegen Krankheit kommen.
Eine lupenreine Altersdiskriminierung.

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