Wie wehrt sich der leidende Nichtraucher im Kollektiv der Raucher – er kündigt!

Ein nichtrauchender Arbeitnehmer erreichte mit seinem Streben nach einem Nichtraucherarbeitsplatz kein offenes Ohr bei seinem Arbeitgeber. Er kündigte daraufhin das Arbeitsverhältnis und beantragte sofort Arbeitslosenhilfe bei der Arbeitsagentur. Diese stellte im Rahmen der Anspruchsprüfung auf eine selbst verschuldete Beendigung des Arbeitsverhältnisses ab und verhängte eine Sperrzeit für den Bezug der Sozialleistung.

Entscheidung des Hess. Landessozialgericht (z. L 6 AL 25/05):
Der Arbeitnehmer hat einen wichtigen Grund zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses gehabt.
Im gesamten Unternehmen war mit Einverständnis des Arbeitgebers geraucht worden. Der Kläger hat den Rauch nicht vertragen und musste sich den Gefahren des Passivrauchens aussetzen. Interventionen beim Arbeitgeber waren ohne Erfolg.
Die Darmstädter Richter erklärten, dass die gesundheitlichen Risiken des Passivrauchens ausreichend wissenschaftlich nachgewiesen sind. Auch kleine Dosierungen können krebsauslösend sein. Der Arbeitnehmer braucht nicht auf dem „verqualmten“ Arbeitsplatz auszuharren. Er könne vielmehr das Arbeitsverhältnis sofort auflosen. Die Arbeitslosigkeit sei deshalb nicht grob fahrlässig verschuldet.

Hinweis:
Der Arbeitgeber sollte das Sprichwort: „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ beachten und entsprechende Vorkehrung treffen!
Quelle: Pressemitteilung des LSG Hessen v. 08.05.2007

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